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Mid-Term Review

Mai 12, 2008 · 1 Kommentar

Anlässlich der Halbzeit der i2010 Initiative hat die Kommission der EU zu Handen des Europäischen Parlamentes einen Zwischenbericht (Mid-Term-Review) verfasst. Diesen habe ich mir nun angeschaut, verschiedentlich hatte ich auch schon Zweifel an der Realisierbarkeit der hochgesteckten Ziele geäussert. Je mehr staatliche Entscheidungsträger mit unterschiedlichen Agenden an einem Projekt beteiligt sind, umso komplexer wird in der Regel dessen Umsetzung.

Bereits im November letzten Jahres war von der Europäischen Kommission für eine Informationsgesellschaft das Riga Dashboard, ein Bericht zum Stand der Entwicklung der i2010 Initiative publiziert worden. Mit einem eher pessimistischen Ton: Die Bewegung zur Erreichung der Rigaer Ziele ist nur mit halbem Tempo unterwegs. Kämen nicht weitere Anstrengungen und eine verstärkte Zusammenarbeit der Staaten zustande, könne das Ziel frühestens 2015 erreicht werden (Riga Dashboard 2007, S. 3f).

Im selben Monat publizierte die Kommission der Europäischen Gesellschaft ebenfalls einen Bericht, mit einem ähnlichen Fazit: „Trotz … begrüssenswerter Initiativen sind die Fortschritte … noch immer so gering, dass die Ziele von Riga voraussichtlich nicht erreicht werden können.“ Eine Begründung wird in fragmentierten Ansätzen und mangelnder Zusammenarbeit gesehen ( KOM 694 2007, S. 2).

Mid-Term-Review, eine Zusammenfassung

Die Mid-Term-Review gliedert sich in drei Teile:

  • einem jährlichen Report, der den Stand der Erreichung des Benchmarkings dokumentiert
  • einer List of Actions, in welcher die vergangenen Aktionen beschrieben werden und
  • den Länder-Profilen, in welchem Fortschritt und Aktionen länderspezifisch untersucht wurden.

Die nordeuropäischen Staaten wie Dänemark, Holland, Schweden oder Finnland liegen bereits 75% über dem europäischen Durschnitt im IKT – Vergleich. Dagegen sind Länder wie Griechenland, Bulgarien, Zypern, Polen und Rumänien bis zu 75% hinter dem europäischen Vergleich zurück.

Breitband-Versorgung:

Die Mid-Term-Review belegt, dass mittlerweile 50% der Europäischen Bürgerinnen und Bürgern regelmässige Internet-User sind. Der High-Speed Breitband Internet-Zugang wird zur Norm, bis Ende 2007 80%. Im Vergleich dazu waren es 2005 nur 50%. Der Breitbandmarkt der EU entwickelt sich schnell und ist bereits grösser als der Markt der Vereinigten Staaten. Die Grafik der Anschluss-Verteilung zeigt jedoch klar, dass das Wachstum nicht in allen europäischen Ländern gleich ist. Geographische und strukturelle Rahmenbedingungen sind weiterhin zentrale Punkte der e-Inclusion bzw. Exklusion:

IT-Nutzung, Ländervergleich

Im Ländervergleich der IT-Nutzung sind wieder eklatante Unterschiede auszumachen. Dänemark und Holland zählen eindeutig zu den „Gewinnern“, sie liegen bereits mehr als 40% über dem europäischen Durchschnitt beim Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnologien. Bulgarien und Griechenland stehen in der Entwicklung jedoch noch weit zurück. Auf das Einsetzen der Grafik zur Visualisierung verzichte ich hier, da ich sie trotz Legend kaum lesbar fand (Link). Allerdings nutzen fast 40% der Eurpäier das Internet überhaupt nicht, und 46% der europäischen Haushalte haben noch keinen Internetanschluss.

Der elektronische Geschäftsverkehr entwickelt sich ebenfalls langsamer, als vorgesehen. Gründe dafür sieht die Kommission in mangelndem Vertrauen der Konsumenten in die Nutzung der IKT. Allerdings nutzen doch 77% der Unternehmen das Internet um Geschäfte mit Finanzinstituten oder den Behörden abzuwickeln und bieten selber eBusiness für ihre Kunden an.

Investitionen in IKT

Forschung und Entwicklung im Bereich der IKT ist einer der Hauptpfeiler der i2010-Initiative. Nur wenige europäische Staaten können diese gesetzten Ziele jedoch erreichen, Schweden und Finnland treten hier mit ausserordentlichen Resultaten hervor und übertreffen sogar das amerikanische Niveau. Andere Länder wie beispielsweise Deutschland und Frankreich müssten ihre Investitionen in diesen Bereichen noch erhöhen, wollen sie das in der RIGA-Deklaration unterzeichnete Ziel erreichen.

Die Mid-Term-Review wird von schönen, wenn auch manchmal schwer lesbaren (s.oben) Grafiken illustriert.

Kategorien: i2010 _ europäische Inititative

1 Antwort bis hierher ↓

  • informatica08 // Mai 27, 2008 um 4:37

    Nach dem Lesen deines Überblicks über den Stand der Initiativ i2010 bin ich eigentlich über 2 Punkte die du erwähnst nicht wirklich erstaunt:
    - dass man durch die hochgesteckten Ziele in der Projektrealisierung noch nicht so weit fortgeschritten ist wie geplant
    und
    - dass die skandinavischen Staaten im europäischen Vergleich die Nase oft vorne haben, d.h in diesem Fall sie auf gutem Wege sind, die gesetzten Ziele zu erreichen. Ist in den letzten Jahren ein europäischer Vergleich über irgend ein Thema erstellt worden, waren unter den führenden Ländern meistens ein skandinavisches Land anzutreffen.

    Bemerkung am Rande: wir haben gerade heute festgestellt, dass es in der Stadt Bern nur gerade 2 Internet-Cafés gibt. Eigentlich schon erstaunlich, da die Verbreitung des Internet Zuganges noch nicht flächendeckend ist.

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