Im InetBib (deutscher Newsletter für Bibliotheken) fragte kürzlich eine Studentin des Studienganges Bibliotheks- und Medienmanagements an der HdM Stuttgart (Hochschule der Medien) nach Erfahrungen von Bibliotheken, die für Blinde und Sehbehinderte einen speziellen Service anbieten. Bei meinen regelmässigen Besuchen in Schweizerischen Bibliotheken war mir bisher nie aufgefallen, dass es hier ein Angebot dieser Art gäbe. Umso neugieriger bin ich den verschiedenen Hinweisen nachgegangen:
Die Univeristätsbibliothek Dortmund stellt einen speziellen PC-Arbeitsplatz zur Verfügung, der u.a. mit einem extra grossen Bildschirm, einer Braille-Zeile, Zoom-Text, Brailledrucker und dem Sreen-Reader Jaws ausgestattet ist. Für die Literaturrecherche besteht Zugang zum SEHKON, einem Verzeichnis von Medien für Sehgeschädigte mit zitierfähig umgesetzter Literatur, mit über 10′000 Nachweisen, davon 1′000 in Volltext abrufbar. Das Bibliothekspersonal steht für Recherchen und Hilfe bei der Anwendung der assistiven Techniken zur Verfügung.
In diesem Podcast erzählt Regina Maurer vom SfBS (Service für Blinde und Sehbbehinderte) der UB Dortmund vom Angebot:
Ein anderer Hinweis kommt von Dietmar Bussmann, Max Plank Institut in Heidelberg. Er verweist auf den Marktführer für Produkte und Dienstleistungen für Blinde und Sehbinderte, die BAUM Retec AG. Eines ihrer neusten Produkte ist nur wenig grösser als ein Smart-Phone und ermöglicht Blinden und Sehbehinderten eine mobile Kommunikation, ob unterwegs SMS zu schreiben oder das Handy als PC-Ersatz zu nutzen, mit Conny ist dies alles ist möglich, dank der Unterstützung durch spezielle Software:
Ich bin mir sicher, dass dies nur einen kleinen Ausschnitt der Dienstleistungen in Universitätsbibliotheken und öffentlichen Bibliiotheken beleuchtet. Vielleicht macht ihr an eurem eigenen Arbeitsort bereits Erfahrungen mit der Integration von sehgeschädigten NutzerInnen und Mitarbeitern?

